Mit einfachen, aber sehr präzisen Eingriffen, Inszenierungen und konzeptuellen Setzungen versteht es Olaf Nicolai, komplexe Kontextverschiebungen zu veranlassen. Seine Arbeiten entstehen nicht aus einer künstlerischen Autonomiebehauptung heraus, sondern immer in direktem Bezug auf das politische, soziale, architektonische und institutionelle Umfeld, in dem sie realisiert werden. Sie können auf Geschichte und Gegenwart des Ortes referieren, genauso wie auf naturwissenschaftliche Fragestellungen und Konventionen innerhalb des Kunstsystems. Für sein Harburger Projekt bat Nicolai den Kunstverein, einen ortsfremden Doppelgänger zu engagieren, der an seiner Stelle den Stadtteil erkundet. Die auf diese Weise gesammelten subjektiven Eindrücke wurden von Nicolai bearbeitet, neu geordnet und in Buchform gebracht. Er setzt damit in Harburg seine im Jahr 2001 begonnene Reihe “How to produce a site-specific work anywhere” fort, die bereits Städten wie Wien, Prag und Moskau gewidmet war.

Olaf Nicolai, *1962 in Halle/Saale, lebt und arbeitet in Berlin

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“How to produce a site-specific work anywhere” war während der Projektlaufzeit an vielen Harburger Kiosken zu erwerben und kann weiterhin in der Buchhandlung Sautter+Lackmann sowie im Kunstverein erstanden werden.