Der in Berlin lebende japanische Künstler Tatzu Nishi alias Tatsurou Bashi alias Tazro Niscino öffnet mit seinen skulpturalen Eingriffen in alltäglichen Umgebungen neue Blickwinkel auf scheinbar gewöhnliche Dinge. Kirchturmspitzen, Straßenlaternen und Bronzeskulpturen werden durch die Umbauten Tatzu Nishis zu scheinbar privatem Wohnungsinventar: Der Künstler errichtet ein Wohnzimmer um einen Engel, der eigentlich Wetterhahn des Münster in Basel ist und lässt diesen zur Tischdekoration schrumpfen; ein steinernes Denkmalstandbild steht plötzlich mit beiden Füßen auf der Matratze eines Doppelbetts und eine kopfüber in einer Unterführung steckende Straßenlaterne gerät in seinem Interieur zur übergroßen Deckenlampe. In Harburg wählt der Künstler für seinen Eingriff kein geringeres Gebäude aus als das Rathaus und dessen 113 Jahre alte Uhr.

Tatzu Nishi, *1960 in Nagoya (Japan), lebt in Berlin

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Tatzu Nishis Installation befand sich in 24 m Höhe direkt vor der 116 Jahre alten Uhr des Harburger Rathauses.